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《孔院杂志》· 传统:寨子文化 贵州的民俗风情——选自《孔子学院》中德文对照版

2025-04-11

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在贵州这片纯净美丽的士地上,少数民族村寨星罗棋布,点缀于群山之中。这些村寨既是当地少数民族的生活空间,也是他们文化艺术产生和传承的载体,这一切都构成了独具特色的寨子文化。千百年来,尽管世事变迁,这些寨子宛若世外桃源,依旧保持着祥和与宁静。


初次踏入古寨,人们总会感觉到一种神秘的氛围。这里的建筑布局,清奇独特;这里的一砖一瓦,散发着历史的气息;这里的符号文字,记载着古老的传说。这是一个可以忘却烦恼的地方,在静谧而又色彩斑斓的古寨中,人们感受到的是大自然与人和谐相处的那份真意,颇有陶渊明在名篇《饮酒》中“此中有真意,欲辨已忘言”的那种自得。


寨子是贵州的典型文化符号之一,涵盖当地丰富多样的民俗风情。故有人说,贵州游玩的乐趣,一半藏在古寨中。这些形形色色的古寨,受到不同民族文化的影响,呈现出各具特色、多元文化的建筑风貌。






侗族村寨


这些侗寨大多分布在贵州东南一带,依山傍水,通常由风雨桥、鼓楼、凉亭、寨门、吊脚楼、井亭、晾天架、萨殿等组成。



作为全国最大的侗族聚集区,贵州的侗寨非常有名。大名鼎鼎的肇兴侗寨就是其中杰出的代表,这里被称为“侗乡第一寨”,也是侗族的一大民俗文化中心。据考证,肇兴侗寨始建于南宋,距今已有八百多年的历史。从远处望去,寨子四面环山;群山绵延,森林密布,掩映着几百幢干栏式青瓦木楼的民居,错落有致,非常壮观。寨子里面,尤以标志性建筑鼓楼居多,这里有中国规模最大的侗寨鼓楼建筑群,被誉为“鼓楼之乡”。全寨分为五大房族(按照血缘关系和宗亲关系划分的五个主要家族或家族群体),坐落在五个相对独立的片区,当地称之为“团”,分别以“仁、义、礼、智、信”命名。这些“团”不仅是寨子社会结构的基础,更是文化传承、节庆活动和日常生活的重要载体。在寨子里生活一段时间,一定会被这里浓郁的文化氛围感染。这里有侗歌队、侗戏班,每逢佳节人们都会欢聚一起“鼓楼对唱”,中秋时节还有“芦笙会”,平时路上或许还会遇见“拦路歌”,无不洋溢着古朴而又热闹的田园生活气息。


苗族村寨


在贵州,苗族村寨的原生态文化保护得较好。著名的“千户苗寨”就在贵州的西江镇,是世界上最大的苗族聚居村寨。西江千户苗寨由十余个自然村寨相连成片,梯田依山势层叠而下,白水河穿寨而过,将苗寨一分为二。寨子里最具特色的建筑是吊脚楼,这些吊脚楼大都依山而建。吊脚楼通常有三层,底层用于存放生产工具、饲养家禽等;第二层用作客厅、堂屋、卧室和厨房等,堂屋外侧建有独特的“美人靠”,苗语称“阶息”,主要用于乘凉、刺绣和休息,是苗族建筑的一大特色;第三层则主要用于存放谷物、饲料等。每逢宾客到来,寨子里的苗族人会摆上香甜的“拦门酒”,送上敬意和祝福。款待宾客的长桌宴是苗族宴席最隆重的礼仪。要是遇到重大节日,还可以领略几千人一起就餐的长桌宴盛况。



西江千户苗寨还建有一个苗族博物馆,是典型的苗族吊脚楼风格,由六栋双层结构的吊脚楼组成。博物馆有11个展厅,每个厅都有不同的主题。馆内藏有1200余件苗族文物,全方位展示了苗族的历史、生活、服饰、医药、建筑、宗教信仰等多个方面,是人们了解苗族生活和习俗的重要信息来源。


布依族的石头寨


典型的贵州寨子,还有布依族石头寨。据当地人讲,石头寨距今已有六七百年历史,采用石头做建筑材料,不仅能就地取材,造价便宜,还与当地气候条件相适宜,冬暖夏凉。在石头寨,男人大多是石匠,擅长石工活,他们砌的石头墙壁不仅整齐,而且不用粘石剂也很稳固;女人则以蜡染制作为主,作为著名的蜡染之乡,石头寨的桥上、河边都能看到忙于点蜡、漂蜡的女人。如果游客有兴趣,也可亲身体验传统工艺蜡染的制作乐趣。



多元丰富的乡村文化


此外,人们可以在仡佬族的仡佬古寨品味古典的油茶油香,在白裤瑶的瑶山拉片村感受场面壮观的“瑶王宴”,在水族文化代表的巴茅古寨体验铜鼓斗角舞,在土家族的江口云舍村饱食“土家十大碗”,在革家人的麻塘革家寨纵情歌舞……还有很多远离闹市喧嚣的古寨,在历史的发展长河中,为现代社会保留着丰富多彩的原生态民族文化,让我们对历史多了一份温情与敬意。


在贵州的乡村,震撼人心的民族舞蹈与热闹非凡的村宴,展现着这片土地的多元风情与独特魅力。

Beeindruckende Tänze und festliche Dorfbankette erzählen von der großen kulturellen Vielfalt in den Dörfern Guizhous.


贵州的寨子文化,以其悠久的历史、多彩的民风民俗和恬静的田园生活,构成了一幅天人合一的美丽画卷,为现代社会忙碌的人们打开了一扇精神之窗,让我们可以可以在这里寻求心灵的自由。



Die Provinz Guizhou im Südwesten Chinas ist eine malerische Region mit unberührter Natur. Eingebettet in die zahlreichen Berge, liegen eine Reihe alter Dörfer ethnischer Minderheiten. Diese Dörfer sind nicht nur Lebensraum für die dort lebenden Volksgruppen, sondern auch Träger ihrer einzigartigen Kultur und Kunst. Über Jahrhunderte haben sich diese Dörfer als eine Art irdisches Paradies des Friedens und der Ruhe erhalten, trotz der großen Veränderungen in der Außenwelt.


Wer hier zum ersten Mal ein historisches Dorf besucht, bekommt eine geheimnisvolle Atmosphäre zu spüren. Jeder Ziegel und jede Kachel der außergewöhnlichen Architektur scheinen ihre Geschichten zu erzählen, während die symbolhaften Schriftzeichen von alten Legenden zeugen. In diesen farbenfrohen Dörfern mit landschaftlicher Idylle kann man den Alltag und die Sorgen hinter sich lassen und die Harmonie zwischen Mensch und Natur wiederfinden, ganz wie in den Versen des großen chinesischen Dichters Tao Yuanming (365–427): „In diesen Dingen mag die wahre Bedeutung liegen, aber die Worte dafür kann man kaum noch finden“.


Die Dörfer, in denen man die Vielfalt der lokalen Bräuche erleben kann, verkörpern auch selbst die Kultur von Guizhou. Manche sagen, dass die Hälfte des Charmes der Provinz in den historischen Dörfern verborgen liegt, die – geprägt von den Kulturen der jeweiligen ethnischen Gruppen – ein breites Spektrum architektonischer Stile und somit ein multikulturelles Bild bieten.


Die Dörfer der Dong


Die Dörfer der Dong-Nationalität befinden sich überwiegend im Südosten der Provinz. Die meisten von ihnen liegen in den Bergen und sind von Wasser umgeben. In einem Dong Dorf findet man in der Regel Bauten mit lokalen Besonderheiten wie die sogenannten Wind-und-Regen-Brücken (eine Art hölzerne Kragträgerbrücke auf Steinpfeilern), Trommeltürme, Pavillons, den typischen Torturm, Stelzenhäuser, Brunnenhallen, Harpfen (Bauwerke zum Trocknen von Heu oder Getreide) und den Tempel der Göttin Sama.


Die meisten von den Dong bewohnten Gebiete befinden sich in Guizhou, darunter die Siedlung in der Gemeinde Zhaoxing, die auch als „erstes Dorf der Dong“ bekannt ist. Dieses hervorragende Beispiel für eine Dong Siedlung stellt ein wichtiges Zentrum für die Sitten und Gebräuche der ethnischen Minderheit dar. Das Dorf wurde während der Südlichen Song-Dynastie (1127–1279) gegründet und blickt auf eine Geschichte von über achthundert Jahren zurück. Schon aus der Ferne erkennt man den imposanten Grundriss des Dorfs mit seinen Hunderten Holzbauten im traditionellen Pfahlbaustil, die mit dunklen Ziegeln gedeckt sind und aus den ausgedehnten Bergwäldern herausragen.


Das Dong Dorf in Zhaoxing ist bekannt für seine identischen Trommeltürme, die größte Ansammlung dieser Art in China. Die gesamte Siedlung ist in fünf Gruppen unterteilt, die nach den konfuzianischen Tugenden „Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Höflichkeit, Weisheit und Treue“ benannt sind. Für das Dorf stellen diese Gruppen nicht nur die Grundlage der sozialen Struktur dar, sondern spielen auch eine zentrale Rolle bei der Weitergabe der Kultur, bei Festen und im täglichen Leben. Wer einige Zeit im Dorf verbringt, wird von der reichhaltigen kulturellen Atmosphäre angezogen. Im Dorf gibt es Gesangsgruppen und Opernensembles nach Art der Dong. Zu traditionellen Festen versammeln sich die Menschen in den Trommeltürmen für ihren Wechselgesang. Zum chinesischen Neujahrsfest wird das Treffen für gemeinsames Spielen auf den traditionellen Lusheng Flöten organisiert. Auch an einem ganz normalen Tag ist es möglich, dass man gelegentlich unterwegs von den lokalen Einwohner:innen mit Gesängen begrüßt wird. In diesem Dorf herrscht überall eine einfache, aber gleichzeitig lebendige ländliche Poesie.


Die Dörfer der Miao


In Guizhou ist die ursprüngliche Kultur der Miao in den historischen Dörfern relativ gut erhalten. Die Miao Siedlung in der Gemeinde Xijiang, auch bekannt als „Dorf der tausend Haushalte“, ist das größte von den Miao bewohnte Gebiet der Welt. Die Siedlung besteht aus mehr als zehn miteinander verbundenen Weilern. Die Bewohner:innen bauen ihre Terrassenfelder an den Berghängen an, unter denen der Baishui Fluss das gesamte Gebiet in zwei Teile untergliedert. In Xijiang fallen vor allem die Pfahlbauten auf, die typische Merkmale der Architektur der Miao aufweisen. Diese Häuser sind meist entlang der Bergkette gebaut. Ein solches Pfahlhaus hat in der Regel drei Stockwerke: Das untere dient als Lagerraum für die landwirtschaftlichen Geräte und als Stall für das Geflügel, das mittlere ist der Wohnbereich mit Wohnzimmer, Schlafzimmer, Gästezimmer und Küche. Außerhalb des Wohnzimmers befindet sich ein meiren kao, wörtlich übersetzt: Schönheitssitz. Diese eigentümliche Konstruktion im Baustil der Miao ist ein Sitzplatz, an dem man sich abkühlen, sticken oder entspannen kann. Im Obergeschoss wird meist Getreide oder Futter gelagert.


Ein Besuch in Xijiang wird durch die besondere Gastfreundschaft der Miao unvergesslich. So werden zum Beispiel die ankommenden Gäste mit ihrem süßen „Türblockierungsschnaps“ als Geste der Ehrerbietung und des Willkommens begrüßt. Ihr höchstes Ritual für Gäste ist das so genannte „Langtischbankett“. Bei wichtigen Feierlichkeiten können Tausende von Menschen gemeinsam speisen, was eine einzigartige kulturelle Erfahrung bietet.


In Xijiang gibt es auch ein Miao Museum, das im für den Stil der Miao typischen Pfahlhauskomplex untergebracht ist. In den sechs zweistöckigen Gebäuden befinden sich elf Ausstellungsräume, die jeweils einem Thema gewidmet sind. Das Museum beherbergt mehr als 1.200 Exponate, die die Kultur der Miao umfassend darstellen: Geschichte, Leben, Trachten, Medizin, Architektur, religiöse Überzeugungen und viele andere Aspekte des Volkes. Wer die Bräuche der Miao kennenlernen möchte, kommt an einem Besuch des Museums nicht vorbei.


Das Steindorf der Bouyei


Das Steindorf der Bouyei ist ein weiteres bemerkenswertes Beispiel für Dörfer nationaler Minderheiten. Fast alle Konstruktionen in diesem Dorf, sowohl die Häuser als auch die Straßen, sind aus Steinen gebaut. Nach Angaben der Bewohner:innen besteht das Steindorf seit sechs bis sieben Jahrhunderten. Stein ist in dieser Gegend nicht nur ein überall verfügbares und billiges Baumaterial, sondern passt auch zum lokalen Klima. In Steinhäusern ist es im Winter warm und im Sommer kühl. Die meisten Männer des Dorfes sind erfahrene Steinmetze, die auch ohne Leim die Wände ordentlich und stabil errichten können. Die Frauen hingegen widmen sich oft der Kunst des Blaudrucks. In diesem Dorf, das auch als Wiege dieses Kunsthandwerks bekannt ist, sieht man am Flussufer oder auf den Brücken oft Frauen, die mit dem Auftragen des Wachses oder dem Entwickeln der Farben beschäftigt sind. Besucher:innen können miterleben, wie diese traditionelle Kunst entsteht.


Breite Palette für vielfältige Dorfkultur


Guizhou hat noch viele weitere einzigartige Dörfer zu bieten. In den Dörfern der Gelao kann man traditionelle Ölteezeremonien erleben, im Dorf Lapian der Yao prächtige Bankette, im Dorf Bamao der Shui den beeindruckenden Kriegstanz mit Trommelschlag, im Dorf Yunshe die „Zehn-Gänge-Küche der Tujia“, in der Siedlung Matang der Gejia leidenschaftliche Tänze und Gesänge und vieles mehr. Diese abgelegenen Dörfer haben trotz der Entwicklung der modernen Gesellschaft ein breites Spektrum an ursprünglicher Kultur bewahrt und laden dazu ein, in die Vergangenheit einzutauchen und den traditionsreichen Bräuchen Respekt zu zollen.


Die Kultur der historischen Dörfer von Guizhou – mit ihrer langen Geschichte, ihren vielfältigen Bräuchen und ihrem idyllischen Leben – ist wie ein wunderschönes Gemälde. Sie öffnet den gestressten Menschen der modernen Welt ein Fenster zu einer einfachen, authentischen Oase, in der man innere Ruhe finden kann.



文章选自《孔子学院》中德文对照版2025年1月·总第59期53-57页


Text / 文: Mo Shangchen 陌上尘

Aus dem Chinesischen / 德文翻译: Peter Ren 任斌

Zusammenstellung / 排版: Li Zhoulin 李周林

Korrekturlesen / 发布审校: Yang Qingfang 杨庆芳








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