草原盛会那达慕——选自《孔子学院》中德文对照版
2025-07-31
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七八月份的内蒙古大草原,天空湛蓝,白云朵朵,鲜花和绿草沉醉在浪漫温暖的气息中。每年这个时候,成千上万的蒙古族牧民,无论男女老少,都会穿上节日盛装,齐聚在绿草如茵的广袤草原上。平日宁静的草原此时彩旗飘扬,人流如潮,马儿嘶鸣,牛羊欢唱,蒙古族一年一度的盛大节日——“那达慕”如期而至。
那达慕的由来
“那达慕”是蒙古语的音译,意为“娱乐”和“游戏”。那达慕的起源可以追溯至远古时代。生活在蒙古高原的北方民族在掌握了与野兽格斗的本领之后,又学会了骑射这种狩猎方式。为了庆祝丰收、祭祀神灵和选拔勇士,他们会在夏秋季节举办各种形式的娱乐、游戏和庆典活动,这就是那达慕的雏形。
随着时间的推移,那达慕逐渐成为蒙古族一种重要的社会活动。后来,那达慕不仅在蒙古族内部广泛传播,还吸引了周边其他民族积极参与,逐渐发展成为内蒙古乃至全国范围内最具影响力的民族传统体育赛事之一。
男子三艺
那达慕盛会通常设在开阔的草地上,活动内容丰富多样,其中赛马、射箭和摔跤三个项目是核心内容。在蒙古文化中,这“三艺”是每个蒙古族男子必须掌握的技能,不仅体现其野外生存能力,更彰显其阳刚之气。
传统的蒙古人大都过着逐水草而居的游牧生活,其日常生活中的狩猎放牧、商贸交流都离不开马,所以蒙古人从小就练习马术,并将精湛的驭马之术视为每一个蒙古人特别是蒙古族男子的生存之本。渐渐地,赛马便演变为一种民族体育和娱乐项目。赛马比赛惊险刺激,需要骑手在疾驰的马背上灵活调整姿势,完成高难度动作,十分考验骑手的技术和反应能力。这项运动也体现了蒙古人勇于拼搏和热爱自由的精神。
射箭比赛分为站立射箭、骑马射箭和长距离射箭三种。早期的蒙古人为了避免野兽的袭击,推崇长距离射箭,后来又发展出精湛的骑马射箭之术。射箭不仅是一项考验射手臂力、视力和技巧的运动,更是蒙古民族尚武精神的一种生动展现。
摔跤是蒙古人特别喜爱的一项体育活动。在古代,草原上的人们常常通过这种形式选拔英雄。因为在他们的心目中,摔跤不仅是力量的比拼,更是智力的较量。在摔跤时,竞技的勇士们身着钉满银钉的牛皮紧身背心,脖子上戴着用红、黄、蓝三色绸布条扎成的项圈,脚蹬蒙古靴,一边跳着鹰步舞,一边唱着雄浑高亢的歌曲,信心满满地出场,使出浑身解数,捉对较量。
选手们不管是专业的还是业余的,都会像上战场一样奋力拼搏。比赛没有时间限制,只要一方倒地,胜负立分。摔跤比赛十分贴近蒙古人的现实生活,它将蒙古族热血、勇敢、智慧的英雄精神展现得淋漓尽致。
草原“嘉年华”
近年来,除了竞技项目,那达慕大会还增加了各种民间文艺表演,如蒙古族的长调、短调、马头琴演奏等,让人们在参与活动和观赏演出的同时感受草原文化的魅力。此外,大会上还有各种蒙古族服饰、手工艺品、特色美食的展示和销售。比如,在手工艺品展示区,你可以欣赏到精美绝伦的刺绣、银器、蒙古包等草原特色手工艺品,感受草原人民的艺术创造力;在特色美食区,你可以品尝到正宗的手扒肉、烤羊肉串、奶茶等草原美食,满足一下自己的味蕾。当夜幕降临,草原上会举办盛大的篝火晚会,沉浸在喜悦中的人们会围着篝火席地而坐,喝着醇正的奶酒,跟着悠扬的琴声,唱起动听的民歌,跳起欢快的蒙古族舞蹈,度过欢乐的不眠之夜。
随着时代的变迁,如今的那达慕大会除了组织传统的线下活动,还通过网络直播、短视频等新媒体形式,向全国乃至全球的观众展示其独特的文化魅力。如果你有机会亲临现场参加这项盛事,一定不要错过,因为那达慕是你一生中不容错过的精彩!
Im Juli und August zeigt sich die Steppe in der Inneren Mongolei von ihrer schönsten Seite: Der tiefblaue Himmel und die vorbeiziehenden weißen Wolken, die farbenprächtigen Blumen und das grüne Gras ergeben zusammen ein wohliges Wärmegefühl. Jedes Jahr um diese Zeit legen Tausende mongolischer Hirten – Männer und Frauen, Jung und Alt – ihre festlichen Gewänder an und versammeln sich in der üppigen Steppe, die sich wie ein Teppich vor ihnen ausbreitet. Die sonst so ruhige Gegend ist jetzt mit bunten Fahnen festlich geschmückt. Überall wimmelt es von Menschen. Pferde, Schafe und Rinder wiehern, als wollten sie ihrer Freude Ausdruck verleihen. Das alljährliche große Fest der Mongolen – „Naadam“ – ist im vollen Gange.
Ursprung des „Naadam“-Fests
„Naadam“ ist die Übersetzung des mongolischen Wortes für „Vergnügen“ oder „Spiel“. Die Ursprünge des Festes reichen bis ins Altertum zurück. Nachdem die ethnischen Gruppen des mongolischen Hochlands die wilden Tiere bezwungen hatten, erlernten sie alsbald das Reiten und Bogenschießen. In den Sommer- und Herbstmonaten wurden zur Feier der Ernte, zur Verehrung der Götter und zur Auswahl tapferer Krieger verschiedene Unterhaltungs-, Spiel- und Festveranstaltungen abgehalten – und diese gelten als Ursprung des Naadam.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Fest zu einem bedeutenden sozialen Ereignis des mongolischen Volkes. Darüber hinaus erfreut sich Naadam nicht nur großer Beliebtheit unter den Mongolen, sondern zieht auch zahlreiche ethnische Gruppen aus den angrenzenden Regionen an. Dadurch avancierte es zu einer der einflussreichsten traditionellen ethnischen Sportveranstaltungen in der Inneren Mongolei und sogar in ganz China.
Drei Disziplinen für Männer
Das Naadam-Fest findet traditionell auf großflächigen Weiden statt und umfasst eine Vielzahl von Aktivitäten: Pferderennen, Bogenschießen und Ringen sind dabei die drei Hauptdisziplinen. In der mongolischen Kultur gelten diese als essenzielle Fertigkeiten, die alle mongolischen Männer beherrschen sollten. Durch die Teilnahme an diesen Wettkämpfen demonstrieren sie nicht nur ihre Überlebensfähigkeit in der Wildnis, sondern auch ihre Männlichkeit.
Traditionell sind die meisten Mongolen als Nomaden nicht sesshaft. Pferde sind für die Jagd, das Weiden und den Handel in ihrem Alltag unverzichtbar. Daher üben sich die Mongolen von Kindheit an im Reiten, und die Kunst des Reitens wird von allen Mongolen, insbesondere von den mongolischen Männern, als überlebenswichtig angesehen. Nach und nach entwickelte sich das Pferderennen zu einem Sport- und Freizeitprogramm des Volkes. Die Wettkämpfe sind besonders spannend, da der Reiter seine Position auf dem Rücken des galoppierenden Pferdes von Zeit zu Zeit anpassen muss, um schwierige Manöver auszuführen, die die Fähigkeiten und Reaktionen des Reiters auf die Probe stellen. Diese Disziplin spiegelt unter anderem den Mut und die Freiheitsliebe des mongolischen Volkes wider.
Hinzu kommen die Bogenschießwettbewerbe, die in drei Varianten unterteilt sind: Bogenschießen im Stehen, Bogenschießen zu Pferd und Bogenschießen auf weite Entfernungen. Die Mongolen im Altertum beherrschten das Fernbogenschießen, um den Angriffen wilder Tiere zu entgehen. Später entwickelten sie die exquisite Kunst des Bogenschießens zu Pferd. Für sie ist Bogenschießen nicht nur ein Sport, der die Armkraft, das Sehvermögen und die Geschicklichkeit des Schützen testet. Es verkörpert zugleich auf lebendige Weise ihren Kampfgeist.
Auch das Ringen ist bei den Mongolen eine besonders beliebte Sportart. Im Duell der körperlichen Stärke werden auch ihre Klugheit und Strategie auf die Probe gestellt. Dabei tragen die Kämpfer beim Wettbewerb enge, mit silbernen Nieten besetzte Lederwesten, die vor der Brust mit rotem, gelbem und blauem Seidenband verziert sind. In traditionellen mongolischen Stiefeln schreiten sie zum Kampfplatz, begleitet von den Schritten des Adlertanzes und den kraftvollen Klängen traditioneller Lieder. Voller Selbstvertrauen stellen sie sich dem Zweikampf, bei dem sie ihre ganze Kraft und Geschicklichkeit einsetzen.
Die Ringer, ob Profis oder Amateure, kämpfen so energisch wie auf dem Schlachtfeld. Es gibt kein Zeitlimit für das Spiel. Erst wenn eine Seite zu Boden geht, steht der Sieger fest. Der Ringkampf kommt dem wirklichen Leben der Mongolen sehr nahe. Es zeigt den Heldengeist der Mongolen – voller Leidenschaft, Tapferkeit und Weisheit.
„Karneval“ auf der Steppe
In den letzten Jahren wurden während des Naadam-Festes neben den Wettkämpfen auch verschiedene volkskulturelle Darbietungen aufgeführt, vor allem traditionelle mongolische Gesangstile wie Urtin Duu und Bogino Duu sowie das Spiel von Pferdekopfgeigen, so dass die Teilnehmenden zusätzlich die Weidekultur genießen können. Darüber hinaus werden verschiedene mongolische Trachten, Kunsthandwerke und spezielle Lebensmittel ausgestellt und verkauft. Im Bereich des Kunsthandwerks kann man beispielsweise feine Stickereien, Silberwaren und Modelljurten bewundern und so die künstlerische Kreativität der Steppenbewohner anhand ihrer außergewöhnlichen Handarbeit erleben. In der Gourmetmeile kann man dann authentische Spezialitäten aus der Steppe probieren, die den Gaumen der Besucher verwöhnen: 手扒肉 shǒupáròu, also gekochtes Lammfleisch, das direkt mit der Hand gegessen wird, oder gegrillte Lammspieße, Milchtee und vieles mehr. Bei Einbruch der Dunkelheit findet auf der Weide ein großes Lagerfeuer statt. Fröhlich sitzen die Menschen um das Feuer und singen und tanzen zu den Klängen der Volkslieder, die die Zither ertönen lässt. Und dazu der duftende Milchwein! So verbringt man hier eine fröhliche, schlaflose Nacht.
Aber auch das traditionelle Fest hat sich mit der Zeit weiterentwickelt. Mittlerweile ist es nicht mehr nur ein Offline-Event, sondern präsentiert sich mit seinem einzigartigen kulturellen Charme dem Publikum im ganzen Land und sogar in der ganzen Welt durch Live-Übertragungen und Kurzvideos in den sozialen Medien. Dennoch ist ein hautnahes Erlebnis etwas ganz Besonderes. Wer die Möglichkeit hat, „Naadam“ persönlich mitzufeiern, sollte sich diese Gelegenheit auf keinen Fall entgehen lassen!
