唐人春日这么玩——选自《孔子学院》中德文对照版
2025-09-11
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自古以来,春天是人们外出踏青、享受自然之美的最佳时节。在唐朝,春日出游不仅广受民间大众的喜爱,更是皇室成员与文人墨客争相参与的雅集盛事。那些传世的经典诗词,描绘古代生活场景的画作以及珍藏在各个博物馆内的文物,都生动地展现了唐代人在春日里欢聚游玩的场景。
Bemalte Tonreiterfiguren.
Tang-Dynastie, in der Sammlung des Museums für Tang-Sancai-Kunst, Shaanxi.
唐 彩绘骑马俑
陕西唐三彩艺术博物馆藏
游春
在唐朝,春季游玩是人们生活中不可或缺的一部分。杜甫在《丽人行》中写到“三月三日天气新,长安水边多丽人”。每逢这个时节,无论是文人墨客、贵族绅士,还是普通百姓,都纷纷走出家门,踏青赏花,游山玩水。朝廷积极倡导民众开展春季游玩活动,每逢寒食节、清明节、上巳节等节日,都会放假,还通过发放春游资金等方式来鼓励民众享受春光。
唐代画家张萱的《虢国夫人游春图》生动描绘了唐代贵族女性虢国夫人和秦国夫人在春日里出游的欢乐景象。画面中,她们神色悠闲欢愉,所骑骏马英姿飒爽,充满了欢快的春天气息。
Zhang Xuan: Die Dame Guo beim Frühlingsausflug.
Tang-Dynastie, in der Sammlung des Provinzmuseums Liaoning.
唐 张萱 《虢国夫人游春图》
辽宁省博物馆藏
调鸟
陕西唐三彩艺术博物馆珍藏着一组唐三彩调鸟女立俑,生动地展现唐代女子调鸟的场景,她们手持小鸟,姿态悠然自得,仿佛置身于繁花似锦的春日园林中,构成一幅情趣盎然的“春日调鸟图”。这组文物不仅细腻地描绘了唐代女性日常生活的闲适与雅致,更深刻反映了当时社会多姿多彩的生活风貌,蕴含着浓厚的生活气息与文化底蕴。
Dreifarbige Figur einer Frau mit Hu-Mütze beim Zähmen von Vögeln.
Tang-Dynastie, Sammlung des Museums für Tang-Sancai-Kunst, Shaanxi.
唐 三彩戴胡帽调鸟女立俑
陕西唐三彩艺术博物馆藏
斗草
古时候,每到端午节,人们就会相约去郊外采药,并且把艾草插在门上,慢慢地形成了一种习俗。除了采药,大家还会举行小型比赛,以对仗形式互报花名、草名,谁知道的多谁就为赢家。孩童们则会找两根草叶,把叶柄交叉勾住,互相用力拉,谁的叶柄先断,谁就输,这也就是斗草的来源,简单又不失乐趣,这个游戏在大人小孩中都很受欢迎。
唐朝时期斗草多流行于妇人之间,至唐五代时期,斗草之风更盛。究其原因,此游戏不仅轻松愉悦,而且所需材料唾手可得。由此可见,这种低成本、高情绪价值的娱乐活动,自古以来便深受民众喜爱。
白居易《观儿戏》诗云:“弄尘复斗草,尽日乐嬉嬉。”《刘宾客嘉话录》云:“唐中宗朝,安乐公主五日斗百草。”
Jin Tingbiao: Kinder beim Gräserkampf.
Qing-Dynastie.
清 金廷标《儿童斗草图》
荡秋千
荡秋千也是从古时候流传下来的一种活动,在唐朝也十分流行。秋千其实起源于北方的少数民族山戎。相传在春秋时期,齐桓公北伐山戎时,将这一游戏带到了中原地区,从此秋千这项活动就逐渐流行起来。特别是在踏青时节,人们纷纷前往郊外游玩,秋千便成为大家喜爱的娱乐项目。
《开元天宝遗事》中就有这样的记载:天宝年间,每到寒食节,大家就在宫中争相竖起秋千架,让妃嫔宫女们荡秋千嬉戏,作为宴会娱乐的其中一项活动。唐玄宗把这种活动称为“半仙之戏”,百姓们也跟着这样称呼它。
秋千的玩法多样,技艺高超的人可以荡得非常高,甚至达到“百尺之高”,展现出惊人的技巧和勇气。此外,秋千的制作也十分讲究,有的秋千会用精美的丝线编织而成,既美观又耐用,为游玩增添了不少乐趣。
Li Mubai: Auf der Schaukel. Qing-Dynastie.
清 李慕白《荡秋千》
蹴鞠
蹴鞠,又名“蹴球”,“蹴”有用脚蹋、踢的含义,“鞠”最早指的是外包皮革、内实米糠的球。
“蹴鞠”一词可追溯至《史记·扁鹊仓公列传》中的一则故事,讲述了秦汉时期,一个名叫项处的男子未遵医嘱,在一次激烈的蹴鞠活动中,因过度运动而不幸离世。虽然故事的结局很令人惋惜,但这也从侧面反映了当时蹴鞠活动的普及程度。
Szene eines Cuju-Fußballspiels.
Han-Dynastie, im Shaoshi-Turm im Song-Gebirge, Provinz Henan.
汉《蹴鞠图》河南嵩山少室阙
到了唐朝,蹴鞠活动迎来了发展的第二个高潮。此时的蹴鞠已经衍生出了多种方式。例如有场地中间挂网、类似网式足球的“白打”,以及多人参与拼抢的“跃鞠”。最为引人注目的是设立球门的比赛,球门的出现标志着蹴鞠比赛开始向专业化方向发展。借用球门的蹴鞠比赛大多是单球门,早期多在举办宫廷宴会时进行。每队有固定的人数和位置,队员只能在自己的位置上踢,要求参赛者踢得准,这种规则使得比赛更加规范。
唐朝皇室对蹴鞠的喜爱推动了蹴鞠文化的传播,蹴鞠活动渐渐不再局限于宫廷和贵族阶层,逐渐深入寻常百姓家,成为全民喜爱的娱乐项目。
唐代长安作为昔日的盛世之都,其繁华与文化之深邃,至今仍令人心驰神往。唐人在春日里的这些娱乐活动,不仅是他们生活中的一抹亮色,更是人类历史长河中一段绚烂的文化印记。
Schon seit alters her gilt der Frühling als die beste Jahreszeit, um hinauszugehen, die Natur zu genießen und die ersten warmen Tage zu feiern. In der Tang-Dynastie (618–907) waren Frühlingsausflüge sowohl in der breiten Bevölkerung beliebt, als auch bei Adligen, Gelehrten und sogar bei Mitgliedern der Kaiserfamilie. Klassische Gedichte, historische Gemälde und zahlreiche heute in Museen ausgestellte Kunstwerke vermitteln lebendige Eindrücke davon, was die Menschen der Tang-Dynastie in fröhlicher Gesellschaft unternahmen.
Frühlingsausflüge
In der Tang-Dynastie waren Frühlingsausflüge ein unverzichtbarer Teil des gesellschaftlichen Lebens. Der berühmte Dichter Du Fu (712–770) beschreibt in seinem Gedicht „Der Spaziergang der Schönen 丽人行“: „Am dritten Tag des dritten Mondes erstrahlt der Himmel hell und klar, die Flussufer in Chang’an sind voll von schönen Menschen.“ An solchen Tagen zogen alle sozialen Schichten hinaus, um die Natur zu genießen. Der Kaiserhof förderte dies durch Feiertage zu besonderen Frühlingsfesten wie dem der Kalten Speisen Hanshi (寒食节), dem Totengedenken Qingming (清明节) und dem Shangsi-Fest am 3.3. (上巳节 oder 三月三) und unterstützte Ausflüge sogar finanziell, indem der Kaiserhof Gelder für Frühlingsausflüge bereitstellte, um die Menschen zu ermutigen, die Frühlingszeit zu genießen.
Das Gemälde „Die Dame von Guo beim Frühlingsausflug“ vom Maler Zhang Xuan aus der Tang-Dynastie zeigt lebhaft die adligen Damen Guo und Qin beim fröhlichen Frühlingsausflug – elegant gekleidet und auf stattlichen Pferden vermitteln sie eine ausgelassene Stimmung.
Vögel zähmen
Im Shaanxi-Museum für Tang-Sancai-Kunst, also die Kunst der dreifarbigen Bemalung während der Tang-Dynastie (唐三彩), befindet sich eine Gruppe von glasierten Keramikfiguren, die Frauen der Tang-Zeit beim Zähmen von Vögeln darstellen. Diese Figuren illustrieren lebendig, wie die Frauen kleine Vögel in ihren Händen halten und in gelassen eleganter Haltung den Eindruck vermitteln, als befänden sie sich inmitten eines prächtigen Frühlingsgartens voll blühender Blumen. So entsteht eine charmante Szenerie eines „Frühlingstages beim Zähmen von Vögeln“. Diese Figuren veranschaulichen detailliert die entspannte und elegante Atmosphäre im Alltag der Tang-Frauen und spiegeln eindrucksvoll die bunte Vielfalt des gesellschaftlichen Lebens sowie die tiefgründige kulturelle Atmosphäre jener Zeit.
Gräserduelle
Anlässlich des Drachenbootfestes gingen die Menschen traditionell aufs Land, um Heilkräuter zu sammeln und Silberwermut an ihre Türen zu hängen. Neben dem Kräutersammeln veranstaltete man auch kleine Wettkämpfe: Paarweise tauschten die Teilnehmenden Blumen- und Pflanzennamen aus. Wer mehr Namen kannte, gewann. Kinder wiederum suchten sich zwei Grashalme, verhakten deren Blattstiele miteinander und zogen kräftig daran – wessen Halmstiel zuerst riss, hatte verloren. Dieses einfache, aber unterhaltsame Spiel, das keine aufwendigen Materialien erforderte, war bei Jung und Alt gleichermaßen geschätzt.
Besonders unter Frauen erfreute sich dieses Spiel in der Tang-Zeit großer Beliebtheit, und während der Tang-Zeit sowie der darauffolgenden Fünf Dynastien nahm seine Popularität noch weiter zu. Die Gründe dafür liegen vor allem an der Leichtigkeit und Freude, die dieses Spiel bereitete, aber auch darin, dass das benötigte Material, die einfachen Grashalme, überall verfügbar war. Es zeigt sich, dass eine derart kostengünstige, aber emotional wertvolle Form der Unterhaltung schon seit jeher tief im Volk verankert ist.
Der Dichter Bai Juyi (772–846) schrieb in seinem Gedicht „Den Kindern beim Spielen zuschauen“: „Im Staub der Gassen kämpfen sie wieder und wieder mit Gräsern, den ganzen Tag im fröhlichsten Spiel.“ Und in seiner Sammlung „Anekdoten und Gespräche von Liu Yuxi“ heißt es: „Zur Zeit des Kaisers Zhongzong der Tang-Dynastie veranstaltete Prinzessin Anle am Tag des Drachenbootfestes einen Wettstreit, bei dem sich mit hundert Arten von Gräsern duelliert wurde.“
Schaukeln
Schaukeln ist eine Freizeitbeschäftigung, die bereits seit aus dem Altertum überliefert ist und in der Tang-Dynastie große Popularität genossen haben soll. Die Ursprünge des Schaukelns gehen auf die nördlichen Nomadenvölker der Shanrong zurück und es fand bereits in der Frühling- und Herbst-Zeit (770–476 v. Chr.) seinen Weg nach Zentralchina. Der Legende nach brachte Fürst Huan von Qi dieses Spektakel mit, als er aus dem Krieg gegen die Shanrong zurückkehrte. Seitdem verbreiteten sich die Schaukeln allmählich in den zentralen Regionen und es entwickelte sich zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung. Besonders zur Frühlingszeit, wenn die Menschen Ausflüge aufs Land unternahmen, wurde das Schaukeln zu einem geschätzten Vergnügen.
In der Sammlung „Begebenheiten aus der Kaiyuan- und Tianbao-Zeit“ heißt es, dass während der Tianbao-Ära jedes Jahr zum Hanshi-Fest im kaiserlichen Palast zahlreiche Schaukeln aufgestellt wurden. Die Konkubinen und Hofdamen vergnügten sich dabei mit Schaukelschwingen, das als Teil der höfischen Festunterhaltung diente. Kaiser Tang Xuanzong bezeichnete diesen Zeitvertreib einst als „Spiel der Halbgöttinnen“, und auch das Volk übernahm später diesen Ausdruck.
Das Schaukeln bot zahlreiche Variationen, und besonders geschickte Teilnehmerinnen konnten sich so hoch schwingen, dass sie angeblich über dreißig Meter („hundert Fuß“) erreichten – ein Beweis für beeindruckende Körperbeherrschung und Mut. Auch die Herstellung der Schaukeln war kunstvoll: Einige waren aus fein gewebten Seidenfäden gefertigt, was ihnen neben einer besonderen ästhetischen Qualität auch Stabilität verlieh und das Schaukelerlebnis noch unterhaltsamer machte.
Cuju – Fußballspiel
Cùjū 蹴鞠, auch bekannt als cùqiú 蹴球, Fußballspiel, setzt sich zusammen aus den Schriftzeichen cù 蹴, mit der Bedeutung „mit dem Fuß treten“, und jū 鞠, einem ursprünglich mit Leder überzogenen Ball, dessen Inneres mit Reishülsen gefüllt war.
Die Bezeichnung Cuju lässt sich bis in die Han-Zeit (202v. Chr. –220 n. Chr.) zurückverfolgen. In den „Aufzeichnungen des Historikers“ (Shiji, hier in den Biografien über Bian Que und Cang Gong) findet sich eine Anekdote über einen Mann namens Xiang Chu, der zur Zeit der Qin- (221–207 v. Chr.) und Han-Dynastien während eines intensiven Cuju-Spiels aufgrund von Überanstrengung verstarb, da er ärztlichen Rat ignorierte. Auch wenn sein Ende tragisch war, verdeutlicht es eindrucksvoll, wie weit verbreitet Cuju schon damals war.
Während der Tang-Dynastie erlebte das Cuju-Spiel seine zweite große Blütezeit. Damals entwickelten sich vielfältige Spielvarianten: So gab es beispielsweise die Spielart báidá 白打, bei der ein Netz in der Spielfeldmitte aufgehängt wurde, ähnlich wie beim heutigen Volleyball oder Footvolley (das Beachvolleyball und Fußball verbindet). Eine andere Form war yuèjū 跃鞠, ein dynamisches Spiel, bei dem mehrere Spieler um den Ball kämpften. Besonders auffällig war jedoch die Variante mit Toren. Die Einführung von Toren markierte einen entscheidenden Schritt in Richtung Professionalisierung des Cuju-Spiels. Solche Spiele mit Toren, meist mit nur einem Tor, fanden in der Frühphase häufig im Rahmen höfischer Feste statt. Die Mannschaften hatten eine festgelegte Anzahl von Spielern, die jeweils feste Positionen einnahmen und den Ball nur innerhalb ihres Bereichs spielen durften. Ziel war es, mit Präzision zu wetteifern. Diese Regeln sorgten für mehr Ordnung und Struktur.
Die Begeisterung des Kaiserhofs der Tang für Cuju trug maßgeblich zu seiner Verbreitung bei. Die Sportart wurde nicht länger nur in adligen Kreisen gepflegt, sondern fand zunehmend Eingang in den Alltag breiterer Bevölkerungsschichten. So wurde Cuju zu einem beliebten Freizeitvergnügen für alle Menschen.
Chang’an, das heutige Xi’an und als damalige Hauptstadt der Tang-Dynastie das einstige Zentrum einer glanzvollen Hochkultur, verzaubert Menschen noch immer durch ihren Wohlstand und ihre kulturelle Tiefe. Die Frühlingsfreuden der Menschen in der Tang-Zeit waren – ob bei Ausflügen, Vergnügungen oder Festen – ein farbenfroher Bestandteil ihres Alltagslebens und hinterließen einen prächtigen kulturellen Abdruck im langen Strom der Menschheitsgeschichte.
