中国书法漫谈(之一):笔画、线条与笔法的艺术——选自《孔子学院》中德文对照版
2025-07-06
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书法是一种艺术
中国书法与篆刻是围绕着汉字的书写、设计、刻制而展开的一门艺术,它和文学、绘画(美术)、雕塑、建筑、音乐、舞蹈、戏剧、电影、曲艺等典型艺术形式的理念是相通的——都源于生活而又高于生活,传递出浓郁的中式美学。
书法跟文学的关系最近,学习的门槛也最高,因为首先得学习汉语,掌握一定数量的汉字,再学一些诗词文句,原因很简单——书法首先是汉语的书面表达。外国朋友想学汉字书法,需要略通中文才可。
1938年,当蒋彝(1903-1977,作家、画家、书法家)首次向西方介绍中国书法时,找不到一个对等的术语,因此借用了Calligraphy。该词源自希腊语Kalligraphia,意为“美化的文字”,但很容易理解为“美术字”或“书法画”。当Calligraphy的内涵被明确下来,曾经“几乎只用来称呼中国书法”(蒋彝语)。因此,狭义的书法概念,特指用毛笔书写汉字的技法与艺术,俗称“写毛笔字”。写出来的汉字很美,使用的文句也美,能带给书写者和欣赏者双重的审美愉悦。
在世界文字之林,没有几个国家像中国这样,对书法的热爱深入灵魂。书法拥有广泛而深厚的群众基础,从风景名胜、文博展馆到居家装饰,书法作品都是重要的艺术形式,它可以寄托情感、传递祝福、丰富精神生活。
汉字书法的笔画基础
外国朋友学习和欣赏中国书法,最好先学方块字,从一笔一画到偏旁部首,再到间架结构,打好字形的基础。在“电写时代”,因输入法的便捷,人们手写汉字的机会越来越少,学书法的意义更显珍贵。外国朋友可以同时学习汉字和书法,互相支持。因为,记住的字会写得更流畅,用毛笔写过的字也会记得更准确。
汉字最基本的要素是笔画,“永字八法”指楷书的八种基本笔画:1点→2横→(23折)→3竖→4钩→5提→(56折)→6长撇→7短撇→8捺,但只练这八种笔画是远远不够的,而且“永字八法”也有一些局限,撇和捺比较充分,但横画不够舒展(因为只是短横,还是“横折”),竖画不够独立(其实是“竖钩”)。
我们增加一种,达到九种基本笔画,分为两类:
(一)单向笔画六种(不改变方向),即“横、竖、撇、捺、点、提”,它们可单独使用,换用一个“沐”字,便可一目了然。
(二)换向笔画三种(要改变方向),即“折、弯、钩”(我们增加了一个“弯”),它们不能单独使用,只能组合使用,如“横折、竖弯钩、斜钩”等。
书法线条的美学特征
中国书法是一种线条的艺术,人们会“跳”过汉字和文句,直接欣赏线条的空间形象。线条,不论直线还是曲线,都是徒手“拉”出来的,书法家只需抖一抖手腕,线条便能呈现力度和厚度。书写时要求一次成型,不能描画和补笔,更不能反复涂抹,要让这根线条纯净、厚实,并且呈现出和硬笔字、美术字不同的鲜活生命力与感染力。
书法是线条(the line)的艺术,这是中外文字书写的共识。不同之处在于,字母文字(拉丁字母、斯拉夫字母、阿拉伯字母、印度字母)的线条只有一维和二维的变化,像一根扁平的丝带,连绵硬挺。而汉字的线条变化多端,可直达三维立体甚至四维空间(在书写中体现快慢、轻重、粗细的对比变化)。
蔡邕(133-192,东汉文学家、书法家)在《九势》中提到,汉字书法“惟笔软则奇怪生焉”,独特的毛笔配宣纸,不需换笔头,按得轻则细,按得重则粗,线条有立体感、力量感和节奏感,呈现三维效果,再加上时间就成了四维时空。这根“徒手线”能在具象与抽象之间自由切换。
中国书法有五种最重要的字体:篆书→隶书→草书→楷书→行书。线条感最强的是篆书和草书。因为篆书是古文字,草书最抽象,正好是五体书的两个极端(最难辨认),故笔画的凸显度不如线条。而规范的隶书、楷书、行书,好认好记。
书法初学者既要关注楷书的结构(字法),也要通过笔法训练来加强对线条的感悟,方能事半功倍。如果对毛笔的圆锥形笔尖缺乏认知,线条是“涂画”出来的,墨色很淡,且缺乏力度,线质很薄,没有维度和层次。经过一段时间的科学训练,线条变得“圆滚滚的”“糯糯的”“很厚”“很挺”时,就具备了三维的线条特征。如果再加入节奏、韵律、墨色变化,使线条出现飞白、金石味儿等效果,那么,四维特征也就出来了。
书法笔法的哲学内涵
汉字笔画是怎么写出来的呢?外国朋友理解了书法线条的魅力,也能更好地理解中国文化,这跟通过文学作品和绘画形象来理解文化是同样的道理。
用毛笔书写时,笔锋圆锥体的每一个侧面都能用到,俗称“八面出(用)锋”,“锋”就是笔尖的意思。这里有几种调整笔锋的方法:巧妙地把笔尖藏起来,变成圆头,这叫“藏锋”,体现中国文化的含蓄哲学;“中锋”,顾名思义,就是笔尖始终在线条和笔画的中间运行;还有“侧锋”,也即笔尖偏在一侧……通过平动、摆动、绞转、提按、翻折五种动腕用笔的方法,这支笔尖就能逐步实现“笔法自由”。书法课应该先教这五种笔法,以解放学习者的手腕。书法欣赏,是在静中找动,看懂线条和笔画背后的运动轨迹,分析出用笔方法——这就算入门了!
书法学习的关键是笔法,也即用毛笔的方法——怎么握毛笔(执笔法),怎么用手腕(运腕法),怎么调笔锋(调锋法)。静态“笔画”和动态“笔法”,是汉字和书法的分水岭。上面的五大笔法,都是靠手腕来驱动的,故以运腕法为根本。简言之,转手腕(画圆圈)就是最重要的技巧,“我看你转手腕,书法剑法,道理好像是相通的”(李安导演《卧虎藏龙》剧本)。经过多年的教学观察,我们发现从小写字母文字长大的外国朋友,手腕很灵活,画圆圈是强项——这可以成为尽快感受到汉字书法美学的一种优势。
这套笔法理论,曾经神乎其技,但其实都是符合人体工程学的,可论证,可教授,笔法蕴藏着中国书法文化的核心密码。
Kalligrafie als Kunstform
Die chinesische Kalligrafie und Siegelkunst sind künstlerische Disziplinen, die sich dem Schreiben, Gestalten und Gravieren chinesischer Schriftzeichen widmen. Mit anderen klassischen Kunstformen wie Literatur, Malerei, Bildhauerei, Architektur, Musik, Tanz, Theater, Film oder volkstümlichem Sprechgesang stimmen sie konzeptuell überein: Sie entspringen dem Leben, stehen jedoch über ihm und vermitteln einen starken Sinn für chinesische Ästhetik.
Am engsten ist die Kalligrafie mit der Literatur verbunden. Die Kalligrafie ist eine der anspruchsvollsten Kunstformen, da sie ein fundiertes Verständnis der chinesischen Sprache voraussetzt. Zunächst müssen Lernende die chinesische Sprache beherrschen, eine bestimmte Anzahl an Schriftzeichen kennen und einige Gedichte und Verse verstehen – schließlich ist Kalligrafie vor allem ein schriftlicher Ausdruck der chinesischen Sprache. Ausländische Interessierte, die sich an chinesischer Kalligrafie versuchen möchten, benötigen daher zumindest grundlegende Sprachkenntnisse.
Als Jiang Yi (1903–1977, Schriftsteller, Maler und Kalligraf) im Jahr 1938 die chinesische Kalligrafie erstmals im Westen bekannt machte, konnte er zunächst keinen passenden Begriff ausmachen, weshalb er auf das griechische kalligraphía („schöne Schrift“) zurückgriff. Dieser Ausdruck wurde jedoch leicht als „Schönschrift“ oder „schriftmalerische Kunst“ missverstanden. Sobald die Bedeutung des Begriffs klarer definiert war, wurde „Kalligrafie“ laut Jiang Yi „fast ausschließlich zur Beschreibung der chinesischen Kalligrafie verwendet“. Im engeren Sinne bezieht sich Kalligrafie daher auf die Technik und Kunst des Schreibens chinesischer Schriftzeichen mit dem Pinsel – eine Kunstform, die man gemeinhin als „Schreiben mit dem Pinsel“ (xiě máobǐ zì 写毛笔字) bezeichnet. Die Schönheit wohnt sowohl den geschriebenen Schriftzeichen als auch dem verwendeten Text inne. Auf diese Weise bereitet die Kalligrafie Schreibenden und Betrachtenden ästhetisches Vergnügen.
In der Welt des Schreibens gibt es nur wenige Länder, in denen Kalligrafie so tief in der Seele verwurzelt ist wie in China. Sie besitzt eine breite und tiefe gesellschaftliche Basis. Von landschaftlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten, über Museen hin zur Inneneinrichtung von Wohnräumen – Kalligrafie ist eine wichtige Kunstform, die Gefühle ausdrückt, Segenswünsche übermittelt und das geistige Leben bereichert.
Die Strichführung als Grundlage der chinesischen Kalligrafie
Wer sich als ausländische:r Lernende:r der chinesischen Kalligrafie widmen möchte, beginnt am besten mit dem Erlernen von grundlegenden Strichen und fährt dann mit den Radikalen und der Zusammensetzung der Zeichen fort, um so eine solide Grundlage für die Zeichenformen zu legen.
In unserem heutigen „Zeitalter des digitalen Schreibens“, in dem durch praktische Eingabemethoden immer seltener Chinesisch von Hand geschrieben wird, gewinnt das Erlernen der Kalligrafie eine besondere Bedeutung. Besonders für Ausländer:innen empfiehlt es sich, das Erlernen der chinesischen Schrift und der Kalligrafie miteinander zu verbinden, da sich beide Bereiche gegenseitig unterstützen: Zeichen, die man beherrscht, schreibt man flüssiger, und Zeichen, die mit dem Pinsel geschrieben wurden, behält man besser im Gedächtnis.
Das grundlegende Element eines chinesischen Schriftzeichens sind die Striche. Die „Acht Prinzipien des Schriftzeichens Yong“ (Yǒngzì bāfǎ) beschreiben die acht Basisstriche der Regelschrift:
1. der Punkt (diǎn 点),
2. der horizontale Strich (héng 横),
3. der vertikale Strich (shù 竖),
4. der Haken (gōu 钩),
5. der Hebestrich (tí 提),
6. der lange, nach links abfallende Strich (chángpiě 长撇),
7. der kurze, nach links abfallende Strich (duǎnpiě 短撇),
8. der nach rechts abfallende Strich (nà 捺).
Doch diese acht Striche allein reichen bei weitem nicht aus. Zudem haben die „Acht Prinzipien des Schriftzeichens Yong“ einige Einschränkungen: Die abfallenden Striche sind zwar ausreichend berücksichtigt, es fehlt jedoch eine lange waagerechte Linie (es wird lediglich ein kurzer waagerechter Strich gezeigt), und der senkrechte Strich ist nicht wirklich eigenständig, da es sich eigentlich um einen senkrechten Strich mit Haken handelt.
Um diese Lücken zu schließen, haben wir eine Ergänzung vorgenommen, wodurch neun Grundstriche entstehen, die in zwei Kategorien unterteilt werden können: Unidirektionale Striche (ohne Richtungswechsel): Horizontal, vertikal, Punkt, abfallende Striche nach links und rechts sowie der Hebestrich. Diese Striche können eigenständig verwendet werden, wie anhand des Schriftzeichens mù 沐 veranschaulicht ist.
Umkehrende Striche (mit Richtungswechsel): Wendestrich, Bogen und Haken (wobei hier der Bogen ergänzt wird). Diese Striche können nur in Kombination verwendet werden, etwa bei dem horizontalen Wendestrich (héng zhé 横折), dem senkrechten Bogen mit Haken (shù wān gōu 竖弯钩) oder dem schrägen Haken (xié gōu 斜钩).
Ästhetische Merkmale kalligrafischer Linien
Die chinesische Kalligrafie ist eine Kunst der Linie. Betrachter:innen können Schriftzeichen und Text außer Acht lassen und sich direkt dem räumlichen Bild der Linien widmen. Diese Linien – ob gerade oder gebogen – entstehen durch den freien Schwung der Hand. Mit einer leichten Bewegung des Handgelenks kann ein:e Kalligraf:in die Linien stark und dick erscheinen lassen.
Bei der Kalligrafie muss die Linie in einem einzigen Zug gelingen, ohne Nachzeichnen, Überarbeitung, oder gar wiederholtes Verschmieren. So entstehen reine, kraftvolle Linien mit einer Lebendigkeit und Ausstrahlungskraft, die sich von Schönschrift oder anderen grafischen Schriftdarstellungen unterscheidet.
Kalligrafie ist die Kunst der Linie, darin stimmen chinesische und ausländische Darstellungen von Schriftzeichen überein. Ein Unterschied besteht jedoch darin, dass sich die Linien alphabetischer Schriftzeichen (lateinisch, slawisch, arabisch, indisch) einem flachen Band ähnlich nur ein- beziehungsweise zweidimensional verändern, wodurch sie starr und gleichmäßig wirken. Die Linien chinesischer Kalligrafien hingegen sind so vielfältig, dass sie durch Kontraste in Geschwindigkeit, Druck oder Dicke eine drei- oder sogar vierdimensionale Wirkung entfalten können.
Cai Yong (133–192, Literat und Kalligraf der Östlichen Han-Dynastie) bemerkte in seinem Werk Jiushi 九势, dass in der chinesischen Kalligrafie „durch die Weichheit des Pinsels außergewöhnliche Formen entstehen“. Die Einzigartigkeit des Pinsels in Kombination mit Xuan-Papier erlaubt es, ohne den Pinsel zu wechseln, alleine durch Variationen in Druck und Bewegung Linien mit Tiefe, Kraft und Rhythmus zu erschaffen. So entsteht eine dreidimensionale Wirkung, die durch Hinzunahme des Faktors Zeit vierdimensional wird. Diese „freihändige Linie“ kann ungezwungen zwischen figürlicher und abstrakter Darstellung wechseln. Es gibt in der chinesischen Kalligrafie fünf wichtige Schriften: Siegelschrift, Kanzleischrift, Konzeptschrift, Regelschrift und Kursivschrift (siehe Abbildung). Der Sinn für die Linie ist am stärksten in der Siegel- und der Konzeptschrift ausgeprägt. Da es sich bei der Siegelschrift um eine alte Schrift und bei der Konzeptschrift um die abstrakteste Schrift handelt – diese Schriften stellen die beiden Extreme der fünf Schriften dar und sind auch am schwersten zu entziffern – sind die Striche nicht so ausgeprägt wie die Linien. Die standardisierten Schriften Kanzleischrift, Regelschrift und Kursivschrift hingegen sind gut lesbar und einprägsam.
Anfänger:innen der Kalligrafie sollten sich nicht nur auf die Struktur der Regelschrift (das Schreiben der Zeichen) konzentrieren, sondern auch durch Übung in der Pinselführung die Wahrnehmung der Linie stärken, um effektiv und effizient zu lernen. Wenn das Bewusstsein für die spitze Pinselfeder fehlt, wirkt die Linie „gemalt“, mit blasser, kraftloser Tinte und dünner, eindimensionaler Linie. Nach einer gewissen Zeit der wissenschaftlichen Ausbildung werden die Linien rund, „klebrig“, dick und gerade. Wenn die Linien abgerundet, „klebrig“, dick und fest werden, erlangen sie die Eigenschaften dreidimensionaler Linien. Wenn wir der Tinte Rhythmus, Metrik und Farbwechsel hinzufügen, um Linieneffekte wie das „fliegende Weiß“ der Feibai-Technik mit ihren mit halbtrockenem Pinsel gemalten, durchbrochenen Schriftzügen, jene der Jinshi-Technik (wörtlich: Metall und Stein), die die Linien wie Inschriften auf alten Bronzegefäßen und Epitaphen erscheinen lässt, oder andere Effekte zu kreieren, dann kommen auch die vierdimensionalen Eigenschaften der Kalligrafie zum Vorschein.
Die philosophische Bedeutung der kalligrafischen Pinseltechnik
Wie werden die Striche der chinesischen Schriftzeichen geschrieben? Durch das Verständnis der Linienführung können Ausländer:innen nicht nur den Charme der kalligrafischen Linien, sondern auch – ähnlich wie beim Lesen literarischer Werke oder dem Betrachten bildlicher Darstellungen – die ihnen zugrunde liegende chinesische Kultur besser begreifen.
Die Form des Pinsels ermöglicht es, jede seiner acht Seiten zu nutzen (bāmiàn chū fēng 八面出锋), wobei „feng“ für die Pinselspitze steht. Hierbei gibt es verschiedene Techniken zur Führung der Pinselspitze, denen Prinzipien der chinesischen Philosophie zugrunde liegen: Bei der „verborgenen Spitze“ wird der Pinsel so geführt, dass die Spitze in einem runden Kopf geschickt versteckt wird und somit unsichtbar bleibt. Dies soll die subtile Zurückhaltung in der chinesischen Kultur symbolisieren. Bei der „mittleren Spitze“ bleibt die Pinselspitze stets in der Mitte der Linie, während sie bei der „seitlichen Spitze“ bewusst auf eine Seite geneigt ist. Durch fünf Arten, das Handgelenk zu bewegen – Gleiten, Schwingen, Drehen, Drücken und Knicken – können diese Techniken gemeistert werden und sich die „Freiheit der Pinselkunst“ allmählich entfalten. Im Kalligrafieunterricht sollten zunächst diese fünf Arten der Pinselführung gelehrt werden, um das Handgelenk des Lernenden frei zu bekommen. Die Kalligrafie zu schätzen heißt, in der Stille nach Bewegung zu suchen, den Verlauf der Bewegung hinter den Linien und Strichen zu verstehen und die Art und Weise, wie der Pinsel benutzt wird, zu analysieren – dies sind die ersten Schritte zum Erlernen der Kalligrafie!
Der Schlüssel zum Erlernen der Kalligraphie ist die Pinselführung, das heißt die Art und Weise, wie man den Pinsel benutzt – die Pinselhaltung, die Handgelenksbewegung und die Anpassung der Pinselspitze. Die statischen und dynamischen Pinselstriche sind die Trennlinie zwischen Schriftzeichen und Kalligrafie. Die oben genannten fünf Hauptstriche werden alle aus dem Handgelenk ausgeführt, daher ist die Technik der Handgelenksbewegung von grundlegender Bedeutung. Kurzum: Das Drehen des Handgelenks, ähnlich dem Zeichnen eines Kreises, ist die wichtigste Fähigkeit. Im Drehbuch zum Film Tiger and Dragon des Regisseurs Ang Lee steht geschrieben: „Ich sehe, wie du das Handgelenk drehst. Ob Kalligrafie oder Schwertkampf – es scheint sich um dieselbe Formel zu handeln.“ Nach Jahren des Unterrichtens und Beobachtens haben wir festgestellt, dass Ausländer:innen, die mit dem Alphabet aufgewachsen sind, sehr flexible Handgelenke haben und sich hervorragend auf das Zeichnen von Kreisen verstehen – dies kann ein Vorteil sein, um die Ästhetik der chinesischen Kalligrafie so schnell wie möglich zu begreifen.
Diese Theorie der Pinselstriche ist seit jeher brillant und kunstvoll. In der Tat ist sie jedoch gänzlich der Ergonomie entsprechend, argumentierbar und lehrbar. Die Pinselstriche enthalten den wesentlichen Schlüssel zum Verständnis der chinesischen Kalligrafiekultur.
