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城市中的“魔法森林”——选自《孔子学院》中德文对照版

2025-10-16

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在上海兴业太古汇LG1北厅,一片春意盎然的“魔法森林”引人注目,这是青年艺术家顾天予创作的大型公共艺术项目《焕然Reborn》。这座约3米高的树状雕塑完全由废料制作而成:主体用废旧钢筋打造,叶片取材于废弃玻璃,雕塑旁的机械鹿则由废弃牛仔布、钢筋与玻璃拼搭而成,生动诠释了“重生”的主题。


顾天予出生于1993年。他曾在奢侈品行业工作两年,专注于展陈设计。收到ESG环保主题的创作邀请后,顾天予便开始琢磨怎么把艺术和环保结合到一起。查阅很多资料后,他发现无论在国内还是国外,大多数的环保艺术家都会将回收来的废弃物堆在一起,在此基础上将它们加工成艺术品。


对此,顾天予也提出自己的疑问:“一个由废弃自行车零件打造的艺术装置,或者一个由废弃塑料瓶打造的玩偶,展出结束后,它们将何去何从?是进入市场流通,还是进行二次、三次展示?最终它们可能又会变成一堆垃圾。这样一来,以环保为主题的创作,反而可能制造出更多的垃圾,这听起来像是一个悖论。”所以,顾天予这次想做不一样的尝试。

创造可循环的“森林”


顾天予决定以森林为主题,利用废弃品打造一片“森林”,唤起人们对环境保护和生态问题的关注。他想到回收玻璃来充当树叶,利用玻璃和树叶在触感上的反差打破人们对废弃玻璃的既定认识。最终,他总共回收了两三千个玻璃瓶,制作出来的作品重量竟高达一吨。


在《焕然Reborn》中,顾天予赋予废弃玻璃新的生命。废弃玻璃的回收价值较低,多数废品回收站不愿回收,但在顾天予的作品里,它们却成了熠熠生辉的叶片。


选择合适的玻璃制作工艺也让顾天予颇费心思。由于这件作品作将为大型公共艺术装置展出,他必须尽可能地排除安全隐患。经过一番苦思冥想,他决定运用电镀和电铸珠宝工艺,将铜附着在玻璃表面进行保护,相当于给玻璃穿上了一身“盔甲”。


顾天予始终没有忘记环保艺术创作的初衷——可持续性。他说:“虽然玻璃属于可回收物,但这些玻璃很难降解,如何循环利用也是我们需要考虑的问题。”他已经有了解决方案:展出结束后,这些用玻璃制成的零部件将像乐高积木一样,可重新拆解和组合,不断流通展示,以新的形态出现在新的作品里。

统艺术赋予更多美


在创作过程中,顾天予不仅关注材料的来源和可循环属性,也在思考如何将环保艺术与中国传统艺术结合起来。


为制作树干,顾天予回收了600多公斤的废弃钢筋。这些未经处理的钢筋看上去有些呆板,需要进行S型柔化处理。于是,他采用非遗掐丝技艺,通过排线的方式,将钢筋组合成树干的形状。此外,他还借鉴了自己在贵州旅行时了解到的苗族银饰非遗技术,运用苗银锻造技艺对钢筋进行处理。


顾天予还从中国园林艺术中汲取灵感。他为这座“魔法森林”制作了三个围板,使人们行走其间仿佛置身于园林之中,移步观景。参观者在不同的楼层俯瞰这座森林时,不同的视角会赋予他们不同的体验。顾天予想表达的是:“人生每个阶段的风景各有不同,需要我们换个角度去思考。”


艺术创作同样需要切换角度思考。在顾天予看来,艺术不限于雕塑、油画、水彩画等传统形式,“艺术不是闭门造车,而是不同文化碰撞后的产物。它可以是大型珠宝,可以是回收材料,可以是三维立体的绘画等,没有确定的界线。”


在顾天予看来,真正的环保艺术应通过艺术创作,赋予材料新的生命价值。他说,“人无法违背本心,说一堆垃圾是赏心悦目的。我希望所谓的废弃物也能营造出纯净的感觉,既奢华又漂亮,从而改变公众对环保和废弃物的传统认知。”

Im eleganten Ambiente des HKRI Taikoo Hui, einem Einkaufszentrum in Shanghai, entfaltete sich im Frühjahr 2025 ein „Magischer Wald“, der die Besucher in seinen Bann zog. Zu sehen war eine circa drei Meter hohe Baumskulptur, die vollständig aus Abfällen besteht. Ihr Gerüst setzt sich aus verwobenen Eisenbewehrungsstäben zusammen, ihre „Blätter“ aus entsorgtem Glas. Zu Füßen dieser Wächter steht noch ein „Hirsch“, dessen Körper aus alten Jeansstoffen, Metall und Glasteilen zusammengesetzt ist. Wie der Titel „焕然 (huànrán) Reborn“ andeutet, verwebt die Installation mit der Poesie von Recycling und Transformation das Thema „Wiedergeburt“. Ein eindrucksvolles Werk des jungen Künstlers Gu Tianyu.


Wenn Kunst auf Umweltschutz trifft


Gu, Jahrgang 1993, arbeitete zunächst zwei Jahre in der Luxusbranche, bevor er sich dem Ausstellungsdesign zuwandte. Als er den Auftrag erhielt, ein Projekt zum Thema ESG-Umweltschutz (Environmental, Social and Governance) zu realisieren, setzte er sich damit auseinander, wie sich Kunst und Nachhaltigkeit miteinander verbinden lassen. Bei seinen Recherchen stellte er fest, dass viele Umweltkünstler im In- und Ausland vor allem Sperrmüll oder weggeworfene Gegenstände sammeln und daraus Kunstwerke herstellen. Ein Gedanke ließ ihn jedoch nicht los:

„Was geschieht danach mit einer Skulptur aus alten Fahrradteilen oder einer Figur aus Plastikflaschen? Wandert es in den Verkauf? Kommt es erneut zu einer Ausstellung? Oder wird es am Ende doch einfach wieder entsorgt? Dann hätte ein ‚umweltfreundliches‘ Kunstprojekt paradoxerweise nur neuen Müll produziert.“

Aus diesem Grund entschied sich der junge Künstler, einen anderen Weg einzuschlagen.


Ein Wald, der sich selbst erhält


Gus Idee war es, eine Waldlandschaft ausschließlich aus Abfallmaterialien zu schaffen – als eindringliches Symbol für Umweltschutz und ökologische Entlastung. Besonders prägend war der Einfall, ausgedientes Glas für die Blätter der Bäume zu verwenden. Durch den starken Kontrast zwischen der kühlen, glatten Oberfläche des Glases und der natürlichen Textur von Laub wollte er die gewohnte Wahrnehmung von Altglas durchbrechen. Um dieses Konzept umzusetzen, sammelte der Künstler bis zu 3000 Glasflaschen. Das fertige Kunstwerk bringt dadurch ein beeindruckendes Gewicht von einer Tonne auf die Waage. So haucht Gu dem Altglas, das von den meisten Recyclinghöfen nicht einmal angenommen wird, neues Leben ein. Das Altglas verwandelt sich schließlich in die glänzenden Blätter der Installation.


Auch die Bearbeitung der Glasstücke bereitete Gu Kopfschmerzen. Um zu vermeiden, dass das Glas in der belebten Einkaufszentrumshalle eine Gefahr darstellt, entschied er sich für Schmucktechniken: Der Künstler ließ das Glas galvanisieren und verkupfern, was im Juwelierhandwerk üblich ist. So erhielt jedes Blatt eine schützende Metallschicht, die es widerstandsfähiger macht.


Gu verlor den Grundsatz der Nachhaltigkeit nie aus den Augen. Er erklärt: „Obwohl Glas formal recycelbar ist, zerfällt es in der Natur nur sehr langsam. Daher musste ich mir genau überlegen, wie die einzelnen Teile auch nach der Ausstellung weitergenutzt werden können.“ Seine Lösung: Die Glasblätter lassen sich nach Ende der Ausstellung auseinandernehmen und wie Bausteine in künftigen Projekten immer wieder neu zusammensetzen. So bleibt das Material im Kreislauf und erhält dauerhaft eine neue Gestalt.


Schönheit aus traditioneller Handwerkskunst


Beim Entwurf dieses Kunstwerks stand nicht nur das Recycling im Fokus. Gu bemühte sich außerdem, ökologisches Bewusstsein mit traditioneller chinesischer Handwerkskunst zu verbinden.


Für die Baumstämme verwendete er über 600 Kilogramm gebrauchten Bewehrungsstahl, der vor der Bearbeitung starr und leblos wirkte. Deshalb ließ er sie S-förmig biegen und wandte dabei traditionelle chinesische Filigrantechnik an. Durch den Einsatz dieser kunstvollen Technik der Drahtbiegung erfolgte die Verwandlung des Betonstahls in Baumstämme mit lebendiger Wirkung. Gleichzeitig fand er Inspiration in der Silberschmiedekunst aus der südwestchinesischen Provinz Guizhou: Mit dieser aufwendigen Schmucktechnik – ein immaterielles Kulturerbe der dortigen Miao-Nationalität – verlieh er den Stahlstangen eine organisch wirkende Oberfläche.


Gu ließ sich unter anderem von der traditionellen chinesischen Gartenkunst leiten: Um das Kunstwerk herum installierte er drei Begrenzungswände, die Besucher zu einem „Spaziergang“ durch den „magischen Wald“ einladen. Je nach Blickwinkel – sei es vom Erdgeschoss oder von den oberen Ebenen – eröffnet sich ein neuer, überraschender Ausblick, und immer wieder entdeckt der Betrachter weitere Details. Damit wollte der Künstler verdeutlichen: Jeder Lebensabschnitt enthüllt eine andere Perspektive, und manchmal genügt ein Wechsel des Standpunkts, um Neues wahrzunehmen.


Auch für den Künstler selbst ist dieser Perspektivwechsel essenziell. Gu ist überzeugt, dass man unter Kunst nicht nur traditionelle Gattungen wie Bildhauerei oder Öl- und Aquarellmalerei verstehen darf. „Kunst entsteht nicht im luftleeren Raum, sondern dort, wo verschiedene Kulturen und Materialien aufeinandertreffen. Ein großes Schmuckobjekt, recycelte Alltagsgegenstände oder eine dreidimensionale Installation – all das kann Kunst sein. Grenzen existieren nur in unseren Köpfen.“


Mit diesem Werk möchte Gu zudem zeigen, dass echte Umweltkunst die Materialien neu verwerten muss. Er erklärt: „Man kann nicht einfach behaupten, Müll sei per se schön, wenn man es nicht fühlt. Mein Ziel ist es, aus dem Abfall etwas Reines und Wertvolles, also etwas Luxuriöses und Glamouröses, zu schaffen. Nur so kann sich die Sichtweise auf Recycling und vermeintlich nutzlose Abfälle grundlegend verändern.“




文章选自《孔子学院》中德文对照版

2025年7月·总第62期58−61页


Text / 文: Fan Yanping 范彦萍

Aus dem Chinesischen / 德文翻译: Peter Ren 任斌

Zusammenstellung / 排版: Li Zhoulin 李周林

Korrekturlesen / 发布审校: Ning Yu 宁宇


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