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《孔院杂志》· 文化:客家年俗 对故土的眷恋——选自《孔子学院》中德文对照版

2025-04-05

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“要问客家哪里来?

客家来自黄河边;

要问客家哪里住?

逢山有客客住山。”


„Woher kommen die Hakka? 

Die Hakka kommen von den Ufern des Gelben Flusses. 

Wo leben die Hakka? 

Dort wo Berge sind, da leben sie.“




这首民歌生动地道出了客家人的迁徙路线。地处中国华南地区的广东有广府、客家和潮汕三大族群。据说,客家人从中原南迁而来。他们一路南下,最终在粤东北和粤北,包括梅江、东江和北江流域的丘陵山区与盆地中安家落户。


不同于广府人的“敢为天下先”、潮汕人的“爱拼才会赢”,客家人具有中原文化的深厚底蕴,秉承了儒家君子之风,加之长时间漂泊流离后到达新环境要迎接诸多生存挑战,客家人还有着耕读传家的传统。在习俗上,就表现为特别注重仪式,这在中国人最隆重的传统节日——春节中表现尤为明显。


腊月二十五被客家人称为“入年架”。从这一天起,春节的大幕徐徐拉开,客家人放下手头的工作,开始为春节忙碌。客家人的春节有三块核心内容:一是置办年货,二是祭祀,三是祈福



置办年货



客家人的年节食物,主要有年糕黄酒酿豆腐等。客家人的年糕,又称“粄”或“煎堆”,是走亲访友的必备之物。客家人还有酿酒的习俗,用糯米加酒曲发酵酿制,最终成品呈黄色,故俗称“黄酒”。这种酒度数不高、甜中带酸、香醇可口,是客家人吃团圆饭和招待客人的必备饮品。酿豆腐也是必不可少的一道佳肴,客家人酿豆腐,就像北方人包饺子、壮家人包粽子一样充满年味。




祭祀



祭祀活动几乎贯穿客家人的整个春节。从年二十七到年二十九,客家人要祭祀“伯公”“伯婆”和“村神”等守卫一方的小神,通常由老年妇女或青年媳妇带着小孩去祭拜。大年三十,客家人要带上“三牲”“斋盘”,去祖祠祭拜祖先。“三牲”主要是指猪、鸡和鱼,“斋盘”分别盛有发粄(寓意“年年发财”)、苹果(寓意“四季平安”)、柑橘(寓意“年年吉利”)、柚子(寓意“年年富有”)和财宝(纸钱等)。这是过年非常隆重的一项习俗,也是客家人雷打不动的仪式。此时,家族成员都会返回祖屋,焚香叩首,祭拜祖先,追思祖先功德。



在设置年夜饭席位时,桌上会多放几副碗筷,以示请祖先回来一同过年。开席前,客家人要先给祖先斟酒,将酒洒地,然后放鞭炮,吃团年饭。大年初一凌晨,客家人会选择吉时燃放爆竹,开门迎接财神并上香,取“开门大发”之意。正月初五,出年界,是灶神回家之日,客家人会把厅堂的祖宗画像收起来,晚上摆放牲礼果品敬灶神。春节期间,客家人的龙灯、狮队还要到村中各庙宇和祠堂向神灵及祖先拜年。



祈福



祈福活动包括守岁贴春联放孔明灯等。团年饭后,客家人开始“守岁”。家家户户通宵达旦,灯火通明,这被称为“点岁火”;火笼加炭则被称为“沤火桶”。


除夕夜,客家人还要贴春联。客家人不仅会在大门口贴对联,还会在大厅里贴大红的“福”字,在猪牛圈里贴上“六畜兴旺”的红条幅,甚至会在用具上贴红纸条,这被称为“封岁”或“上红”。


客家人的春联写法很有特色。通常,大门两旁是该姓氏祖先立的堂联[以楹联的形式对家族堂号的补充说明,亦称“祠联”,主要用于家族祠堂]。大门上方的横批是祖先立的堂号,说明家族的来源地。比如,于姓立“河南堂”,说明于姓祖先来自河南;饶姓立“平阳堂”,说明饶姓祖先来自山西平阳;李姓立“陇西堂”,说明李姓祖先来自甘肃陇西。堂联一般八个字,如文姓堂联为“四夷贤相,尽节勤王”:上联说的是北宋山西介休人文彦博一生做了四朝宰相,长达50年;下联指的是江西吉水文天祥,在南宋末年起兵勤王,为国尽忠,壮烈牺牲,让子孙后代牢记祖先的荣光。



此外,客家人过新年有打狮之戏,花灯以游龙灯为多,各处张灯结彩,人来人往,热闹非凡。正月十五日元宵节,春节的最后一天,客家人还会放孔明灯祈福,祈祷新的一年顺心如意。


看似繁琐的年俗体现了客家人对故土深深的牵挂。客家人在万不得已之下,背井离乡,对故土却始终难以忘怀。于是,他们把对故土的思念寄托在保留自身家族历史传统上。千百年来,这种寄托逐渐演变成一种崇尚祖训、铭记历史、注重家教、爱惜名节的文化。随着时间的推移,一些仪式虽然已经简化,不同地区的客家人年俗也有所不同,但融于客家人血脉中对故土的牵挂却始终不变。



Dieses Volkslied schildert anschaulich die Migrationsroute der Hakka. In der südchinesischen Provinz Guangdong leben drei große Bevölkerungsgruppen: die Guangfu, die Hakka und die Chaoshan. Es wird angenommen, dass die Hakka ursprünglich aus der Zentralebene Chinas stammen. Auf ihrer langen Reise nach Süden ließen sie sich schließlich in den hügeligen Regionen des nordöstlichen und nördlichen Guangdong nieder, einschließlich entlang der Flüsse Meijiang, Dongjiang und Beijiang.


Im Gegensatz zur wagemutigen Mentalität der Kantonesen („es wagen, die weltweite Nummer eins zu sein“) und der unternehmerischen Kampfeslust der Menschen aus Chaoshan („nur wer kämpft, kann gewinnen“), zeichnen sich die Hakka durch eine tiefe Verwurzelung in der traditionellen Kultur der Zentralebene aus. Sie leben nach den konfuzianischen Idealen eines edlen Charakters.


Nach ihrer langen Wanderschaft trafen die Hakka in ihrer neuen Umgebung auf zahlreiche Herausforderungen für das eigene Überleben. Sie etablierten eine Tradition des Ackerbaus sowie der Selbstkultivierung durch Studium und der Fortführung der Familie. Ihre hohe Wertschätzung der Rituale spiegelt sich in ihren Bräuchen wider – insbesondere zum Frühlingsfest, dem wichtigsten traditionellen Fest in China.


Der 25. Tag des zwölften Mondes wird von den Hakka als „Beginn der Feierlichkeiten“ bezeichnet. Ab diesem Tag fangen die Vorbereitungen für das Frühlingsfest an und die Hakka legen ihre alltägliche Arbeit nieder, um sich voll und ganz auf die Feierlichkeiten zu konzentrieren. Das Frühlingsfest der Hakka besteht aus drei wesentlichen Elementen: dem Vorbereiten der Festtagswaren, dem Abhalten von Ritualen und dem Bitten um Segen.


Das Vorbereiten der Festtagswaren


Zu den traditionellen Festtagsgerichten der Hakka gehören Neujahrskuchen, gelber Reiswein und gefüllter Tofu. Der Neujahrskuchen der Hakka, auch bǎn oder jiānduī genannt, ist ein unverzichtbares Mitbringsel beim Besuch von Familie und Freund:innen. Eine weitere Tradition ist das Brauen von Reiswein. Mithilfe von Klebereis und einer Starterkultur entsteht ein vergorener, gelblicher Wein mit mildem Alkoholgehalt und süß-säuerlicher Note – ein obligatorisches Getränk für die familiäre Festtafel und die Bewirtung von Gästen. Gefüllter Tofu ist ebenfalls eine kulinarische Delikatesse der Hakka. Für sie hat dieses Gericht einen ähnlichen Stellenwert wie Jiaozi (Teigtaschen) für Nordchines:innen oder Zongzi (in Blätter gewickelter Klebereis) für die Zhuang – es ist ein Symbol für den Geschmack des neuen Jahres.


Rituale


Wie ein roter Faden ziehen sich Rituale durch das gesamte Neujahrsfest der Hakka. Vom 27. bis zum 29. Tag des letzten Mondes werden kleinere lokale Schutzgötter wie der Erdgott bógōng, die Erdgöttin bópó und der Dorfgott cūnshén verehrt. Die Zeremonien werden meist von älteren Frauen oder jungen Ehefrauen in Begleitung von Kindern durchgeführt. Am letzten Tag des vergehenden Jahres versammeln sich die Hakka in der Ahnenhalle, um mit Opfergaben wie sānshēng, den „drei Tieren“, und zhāipán, der „Opferplatte“, ihre Vorfahren zu ehren. Bei den „drei Tieren“ handelt es sich hauptsächlich um Schweinefleisch, Huhn und Fisch. Die „Opferplatte“ umfasst Neujahrskuchen als Symbol für fortwährenden Wohlstand, Äpfel für Frieden zu allen Jahreszeiten, Mandarinen für Glück, Pomelo für materiellen Wohlstand sowie rituelles Papiergeld für monetären Reichtum. Das gemeinsame Gedenken an die Ahnen in der Familienhalle, wo sich alle Familienmitglieder versammeln, um Räucherwerk zu entzünden und die Verdienste der Ahnen zu würdigen, ist ein feierlicher Neujahrsbrauch und ein festes Ritual der Hakka.


Beim Eindecken des Tisches für das Neujahrsessen werden symbolisch zusätzliche Schalen und Essstäbchen bereitgestellt, um die Ahnen einzuladen, mit der Familie gemeinsam zu feiern. Bevor man mit dem Entzünden der Feuerwerkskörper das Neujahrsessen eröffnet, werden die Ahnen gewürdigt, indem der Wein auf den Boden geschüttet wird. Am frühen Morgen des Neujahrstages wählen die Hakka einen günstigen Zeitpunkt, um erneut Feuerwerkskörper anzuzünden, dem Gott des Reichtums cáishén die Tür zu öffnen, ihm Weihrauch zu opfern und auf diese Weise „das Tor zum großen Reichtum“ zu öffnen. Am fünften Tag des neuen Mondes kehrt der Küchengott zàoshén in die Häuser ein. Aus diesem Anlass bewahren die Hakka Porträts ihrer Vorfahren in der Ahnenhalle auf und bringen abends zu Ehren des Küchengottes Geschenke und Obst als Opfergaben dar. Während des Frühlingsfestes besuchen Drachen- und Löwentanztruppen der Hakka die Tempel und Ahnenhallen in den Dörfern, um den Gottheiten und Ahnen zu huldigen.


Bitten um Segen


Segensrituale wie das Begehen des Neujahrsabends, das Anbringen von segensspendenden Spruchbändern und das Aufsteigenlassen von Himmelslaternen stehen ebenfalls im Zentrum der Feierlichkeiten. Nach dem Neujahrsessen feiern die Hakka weit über Mitternacht hinaus. Die Familien bleiben die ganze Nacht unter hell leuchtenden Laternen und brennendem Licht auf, was als „Anzünden des Neujahrfeuers“ bezeichnet wird. Dabei wird stetig Holzkohle im Feuerkorb nachgelegt – ein Brauch, der auf „ein warmherziges Beisammensein der ganzen Familie“ deuten soll.


In der Silvesternacht bringen die Hakka die roten Neujahrsspruchpaare chūnlián an. Diese segensbringenden Spruchbänder werden nicht nur am Haupteingang des Wohnhauses angebracht. Auch den Empfangsbereich zieren große rote Schriftzeichen für „Glück“, in den Stallungen der Schweine und Kühe hängen rote Banner mit Segensbitten für die Nutztiere und selbst auf Geschirr und Besteck werden rote Papierstreifen angebracht, um das vergangene Jahr symbolisch zu besiegeln. Dieses Ritual wird als „das Jahr schließen“ oder „Rot anbringen“ bezeichnet.


Die Hakka haben eine ganz besondere Art, die Neujahrsspruchpaare anzufertigen. Normalerweise befinden sich auf beiden Seiten des Hauseingangs die Spruchbänder des Familiennamens (ergänzend beinhalten diese eine Beschreibung des Familiennamens in Form eines Zeilenpaars, auch bekannt als „Ahnenpaar“, welches hauptsächlich in der Ahnenhalle der Familie verwendet wird). Der horizontale Spruch über dem Haupteingang verweist auf den Namen der von den Vorfahren errichteten Halle und gibt den Herkunftsort der Familie an. Beispielsweise errichtete die Yu-Familie die „Henan-Halle“, was bedeutet, dass ihre Vorfahren aus Henan stammten; die Rao-Familie, deren Vorfahren aus Pingyang in der Provinz Shanxi stammten, errichtete die „Pingyang-Halle“; und die Li-Familie errichtete wiederum die „Longxi-Halle“, um auf die Familienherkunft aus Longxi in der Provinz Gansu hinzuweisen. Die Spruchbänder am Haupteingang umfassen in der Regel acht Schriftzeichen. Zum Beispiel erinnern die Spruchbänder der Familie Wen an die herausragenden Leistungen zweier Vorfahren: Jene des aus Jiexiu in der Provinz Shanxi stammenden Wen Yanbo, der zur Zeit der Nördlichen Song-Dynastie (960–1127) fünfzig Jahre lang vier Dynastien als Kanzler diente und jene des aus Jishui in der Provinz Jiangxi stammenden Wen Tianxiang, welcher sich am Ende der Südlichen Song-Dynastie (1127–1279) erhob, um dem Kaiser zu dienen, seinem Land treu ergeben war und letztlich heldenhaft starb. Die heranwachsenden Generationen sollen so die ruhmreichen Verdienste ihrer Ahnen nicht vergessen.


Darüber hinaus begehen die Hakka das Neujahrsfest mit Löwentänzen und Laternen, insbesondere mit Drachenlaternen. Allerorts erstrahlt Lichterglanz, in den Straßen tummeln sich die Menschen und es herrscht eine lebendige und feierliche Stimmung. Am 15. Tag des ersten Mondes – dem letzten Tag des Neujahrsfestes – wird das Laternenfest gefeiert. Zu diesem Anlass lassen die Hakka Himmelslaternen aufsteigen, um Glück für das neue Jahr zu erbitten.


Die aufwendigen Bräuche des Neujahrsfestes offenbaren die tiefe Heimatverbundenheit der Hakka. Obwohl sie gezwungen waren, als letzten Ausweg ihre Heimat zu verlassen, haben sie ihre Ursprünge nicht vergessen. Die Erinnerung an die Heimat wird durch die Bewahrung der eigenen Familiengeschichte und Traditionen lebendig gehalten. Über Jahrhunderte hat sich daraus allmählich eine Kultur der Ahnenverehrung, der Erinnerung an die eigene Geschichte, des Hochhaltens familiärer Erziehung und der Wahrung von Ehre und Würde entwickelt. Auch wenn einige Rituale im Laufe der Zeit vereinfacht wurden und es regionale Unterschiede gibt, bleibt die tiefe Sehnsucht der Hakka nach ihrer Heimat unverändert – und ist ein fester Bestandteil ihres kulturellen Erbes.



文章选自《孔子学院》中德文对照版2025年1月·总第59期48-52页


Text / 文: Zhang Qiong 张琼

Aus dem Chinesischen / 德文翻译: Hannah Luftensteiner 安明

Zusammenstellung / 排版: Li Zhoulin 李周林

Korrekturlesen / 发布审校: Yang Qingfang 杨庆芳




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